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Archiv für die Kategorie ‘Review’

TESIV Oblivion Review

September 23, 2010 7 Kommentare

Im folgenden Artikel: Die wortreiche Abrechnung mit einem meiner persönlich am meisten gehassten Spiele.
Diese Gedanken brannten mir schon eine ganze Weile unter den Fingernägeln, so in etwa seit ich Oblivion das erste mal gespielt habe, und ich hoffe mal ich konnte sie unterhaltsam genug in Worte fassen, dass auch ADS geplagte Konsolenspieler es bis zum Ende des Textes schaffen. Weiterlesen…

Kategorien:Review, Spiele

Mafia 2 Review

September 4, 2010 Hinterlasse einen Kommentar

Nachdem ich der Demo von Mafia 2 ja schon ein Review gewidmet habe, hier nun ein Review des kompletten Spiels.

Zuerst einmal: Der Titel Mafia 2 ist falsch gewählt. Es hätte heißen müssen “Oldtimer Simulator: 1940 Edition” oder so. Gut 70-80% des Spiels besteht aus Hin- und Herfahren zwischen verschiedenen Schauplätzen. Der typische Tagesablauf des Protagonisten Vito Scaletti sieht so aus: Per Telefon aus dem Bett geklingelt und zu irgendeinem Job bestellt werden, ans andere Ende der Stadt zum abgemachten Treffpunkt fahren und sich anhören was zu tun ist. Anschliessend wieder ans andere Ende der Stadt fahren um irgendwas super wichtiges für den Auftrag ab zu holen. Nochmal an’s andere Ende der Stadt um den Auftrag auszuführen. Hier tauchen eventuell ein paar finstere Gestalten auf die erschossen werden wollen. Anschliessend dann irgendetwas (z.B. Beute) weg bringen, selbstverständlich zum anderen Ende der Stadt, und dann abermals quer durch die Stadt fahren um wieder nach Hause zu kommen und sich in’s Bett zu legen.
Wer jetzt meint die obige Beschreibung wäre langatmig, der sollte lieber die Finger von Mafia 2 lassen.
Besonders die ersten Stunden des Spiels sind geprägt von ewigen Spazierfahrten durch die Stadt. Nach einer kurzen Zwischensequenz geht es dann weiter, und die Schauplätze scheinen absichtlich so gewählt, dass der Spieler möglichst lang von einem Ort zum anderen unterwegs ist.

Dabei ist das Spiel in Sachen Technik, Steuerung und allgemein Aufmachung eigentlich einwandfrei. Selbst das oftmals so nervige Deckungssystem funktioniert zumeist ohne Probleme, so dass man nur selten in die Situation kommt hinter einem Objekt in Deckung gehen zu wollen welches das Spiel nicht als Deckung anerkennen will. Einfach zu lösen wäre das natürlich gewesen wenn man einen Knopf mit “Ducken” hätte belegen können, aber nun ja…
Die Stadt bietet eine Menge Details und wirkt ziemlich authentisch, zumindest auf mich, die vom Amerika der 40er und eventuell im Spiel auftauchenden Anachronismen keine Ahnung hat. Kleidung, Waffen, Autos, Radioprogramm, Kleinigkeiten wie Haushaltsgegenstände und nicht zuletzt die Frisur von Vito vermitteln für mich jedenfalls ein starkes 40er Jahre Feeling.
Das Radio ist allerdings ein zweischneidiges Schwert. Wer auf 40er oder 50er Jahre Musik steht, der wird an den enthaltenen Liedern wohl gefallen finden. Alle anderen können das Radio ausschalten oder zumindest den Sender wechseln, denn manche Lieder sind schon extrem aufdringlich. (Ich hatte einen halben Tag lang das ätzende “Who wrote the book of love?” als Ohrwurm)

Im Endeffekt waren es wohl die Charaktere, die mich dazu verleitet haben immer wieder etwas weiter zu spielen, bis ich das Spiel schliesslich durch hatte. Allen voran der Protagonist Vito und sein bester Freund Joe. Die beiden sind mit ihren kleinen Sticheleien gegeneinander wirklich nett anzuschauen. Der restliche Mafia Plot um Verrat und Ehre entspricht dem was man wohl erwartet, denn auch wenn ich noch nie viele Mafia Filme gesehn habe, erschien mir die ganze Geschichte als sehr typisch für das Genre. Dazu muss man allerdings sagen, dass auch hier die erste des Hälfte des Spiels sehr langwierig ist, und sich recht viel Zeit damit lässt, Vitos Einstieg in’s Mafiageschäft zu illustrieren, bevor es dann gegen Ende ein wenig spannender und verzwickter wird.

Zehn Stunden nimmt das Spiel etwa in Anspruch, und wenn man eine Fast-Travel Option eingebaut hätte um die langwierigen Autofahren zu überspringen, dann wäre es wohl nur noch die Hälfte gewesen.
Den ganzen Autos im Spiel hat 2k Games übrigens ein Navi mit GPS spendiert, denn man bekommt auf einer Minimap stets den Weg zum Ziel als rote Linie angezeigt. Wer auf den Fahrten nicht auffällig wird der sollte auch kein Problem damit haben sein Ziel zu erreichen, denn Hindernisse gibt es in der Stadt nicht wirklich. Die Polizei ist jedoch sehr streng, und nimmt sogar beim Anrempeln eines anderen Autos, oder der Überschreitung des Geschwindigkeitslimits, die Verfolgung auf. So leicht zu entzürnen die Polizisten auch  sind, so wenig Hartnäckig sind sie in der Verfolgung, denn ein paar Sekunden ausser Sicht lassen die Ordnungshüter vergessen, dass je irgendwas vorgefallen ist. Es sei denn, Vito macht sich eines größeren Verbrechens schuldig, wie beispielsweise das Erschießen eines Polizisten, dann wird man mit einem permanenten (zumindest bis zum Bezahlen eines kleinen Bestechungsgeldes oder ähnlichem) Wanted-Status bestraft. Wer jedoch nicht gerade in einem Lastwagen unterwegs ist, für den sollte die Polizei kein allzu großes Hindernis darstellen. Tatsächlich lassen sich die Männer in Blau die meiste Zeit relativ gut ignorieren, da sie nichtmal versuchen durch Anrempeln oder ähnliches den Spieler zum Stehen zu bringen. Und das, obwohl die Polizeiautos theoretisch zu den schnellsten in der Stadt gehören. Wer die Fahrzeiten verkürzen möchte ist also gut beraten einfach dem nächsten Polizisten eine Kugel in den Kopf zu jagen und seinen Wagen zu nehmen, große Konsequenzen muss man dabei nicht befürchten.

Die wirklich großen Shootouts im Spiel, also solche die länger als nur ein paar Augenblicke dauern, kann man an den Fingern abzählen und auch hier findet man eine Häufung in den letzten Stunden des Spiels. In Sachen Anspruch bleiben diese Gefechte dann ebenfalls sehr flach, und es handelt sich mal wieder um die übliche Shooting Gallery, wie man sie in letzter Zeit so oft sieht: In Deckung gehen, alle Gegner abknallen, vorrücken, und das ad infinitum.
Die meisten Feuergefechte finden in seperaten und linearen Levels statt, und nicht im offenen Stadtgebiet. Eine Verschwendung, denn so wird die Stadt fast ausschliesslich zum ereignislosen hin- und herfahren genutzt.

An einer einzigen (!) Stelle im Spiel wird Vito plötzlich von einer Gruppe Attentäter attackiert und ist seinerseits zuerst unbewaffnet und in einer ungünstigen Position. Es gilt hier also einem einzelnen Angreifer zuerst die Waffe abzunehmen und dann eine bessere Position für den Kampf zu finden, denn am Ausgangspunkt wird man von den Angreifern zu schnell überwältigt. Hier zeigt das Spiel dann auch was in ihm stecken könnte: Zuerst rennt man einige Häuser weiter, um eine günstige Stelle zu finden an der man nicht flankiert werden kann (die KI scheint dazu in der Lage zu sein, nur in den meisten Levels gibt es kaum Stellen an denen sowas möglich wäre), von dort aus kann man ein oder zwei Verfolger ausschalten. Anschliessend klaut man ein geparktes Auto und geht zum Angriff über. Mit dem Auto kann man eventuell einige der Gegner überfahren, und anschliessend lässt sich das Gefährt natürlich auch als Deckung günstig platzieren. Während dem darauf folgenden Feuergefecht passierte bei mir dann etwas besonders lustiges: Die Polizei wurde ebenfalls aufmerksam und mischte sich in die ganze Sache ein. Glücklicherweise war ich nicht in Sichtweite der Polizisten, doch meine Gegner wurden tatsächlich von der Polizei verhaftet.Klingt lustig, oder? Tja, eigentlich war die Aufgabe an dieser Stelle nur, vor den Angreifern zu fliehen. Wäre ich der Anweisung des Spiels gefolgt, hätte ich die für mich spaßigste Stelle nicht einmal erlebt.
Die interessanten Möglichkeiten, welche die Open World Umgebung und die KI bieten könnten ist an keiner Stelle auch nur annähernd ausgereizt.

Während das Spiel also in Sachen Technik, Grafik, Story und dem ganzen anderen Drumherum wirklich gut ist, fällt es spielerisch total flach, da man als Spieler wirklich nichts tut ausser in Oldtimern durch die Gegend zu tuckern, banale Befehle auszuführen und hin und wieder ein paar Feinde abzuknallen. Da überrascht es nicht, dass das Spiel auch im Hard Mode keine Herausforderung bietet. Offenbar ist die einzige Auswirkung des Schwierigkeitsgrades die Lebensanzeige von Vito, und so beisst man auf der höchsten von drei Stufen schon nach ein bis zwei Treffern in’s Gras. Dadurch ergeben sich im Laufe des Spiels eine handvoll Stellen an denen man eine Taktik entwickeln muss um nicht überrumpelt zu werden. Ansonsten ist das Spiel sehr eifrig, wenn es darum geht dem Spieler mit (abschaltbaren) Hinweisen zu erklärenwo genau er als nächstes hin gehen soll, und was dort zu tun ist.

Mein Fazit wäre: Entweder ausleihen und an 1-2 Tagen durchspielen, kaufen und nach dem Spielen weiter verkaufen, oder, die zeitsparendste Methode: Einfach ein “Let’s Play” Video auf Youtube anschauen und die ganzen Autofahrten dabei überspringen.

Kategorien:Review, Spiele

Mafia 2 Demo Review

In ein paar Tagen erscheint Mafia 2 (oder ist das schon draussen? *räusper*), und eine Demo dazu lässt sich bereits seit einiger Zeit kostenlos herunterladen.
Für alle die das noch nicht getan haben, hier einige Eindrücke von der Demo und welchen Eindruck das Spiel auf mich macht.

Die Demo ist aufgeteilt in 2 Abschnitte: Eine Mission, und eine kurze Sequenz in der man sich frei (mehr oder weniger, der begehbare Bereich ist für die Demo durch rote Balken begrenzt) in der Stadt bewegen kann. Das Spiel beginnt im Haus des Protagonisten, wo dieser durch einen Anruf von seinen Komplizen zu einem Apartment bestellt wird, von dem aus die drei … ähem, irgendjemand umlegen wollen.
Der “Sandbox” Teil des Spiels erinnert stark an GTA, nur, dass es in den 40ern spielt und die Häuser, Autos und Passanten entsprechend gestaltet sind. Auch gibt es lustige kleine Details, wie beispielsweise eine Radiowerbung in der behauptet wird, Zigaretten hielten schlank und gesund. Man kann zum Kühlschrank gehen und eine Cola trinken, wobei die Flasche aussieht wie eine Ketchupflasche und es dann so aussieht, als würde man sich eine Ladung Ketchup in den Rachen kippen. Aber das findet ausser mir wohl eh niemand lustig.
Probeweise habe ich mal ein kleines Massaker unter den Fußgängern angerichtet, um zu testen wie die Polizei so reagiert – das Ergebnis war eher ernüchternd.
Während die Ordnungshüter bei GTA schon nach kurzer Zeit mit relativ schwerem Geschütz anrücken, habe ich den Polizisten aus Mafia 2 nicht mehr als Shotguns und Automatikgewehre entlocken können. Und vielleicht gab es in den 40ern noch keine SWAT Teams, aber ein wenig mehr als Zweiergruppen hätten die Polizisten schon los schicken können.
Da sich obendrein die HP des Protagonisten automatisch regenerieren, dienen die Polizisten in Mafia 2, zumindest in dieser Demo, bestenfalls als Munitionsspender. Eventuell fahren sie ja im finalen Spiel noch schwerere Geschütze auf. Ob sich an der dusseligen KI noch viel ändern wird ist allerdings die Frage, denn fertig programmiert sollte das Spiel ja inzwischen sein. Die Gegner benehmen sich allerdings stellenweise ziemlich dümmlich, wenn sie sich an Wände pressen die keinerlei Deckung bieten, oder mitten in der Verfolgungsjagd plötzlich die Hände in die Hosentaschen stecken und anfangen herumzuschlendern als wollten sie erstmal eine Kaffeepause einlegen.

Anders als bei GTA sind Kollisionen mit anderen Autos bei hohem Tempo aber durchaus ernst zu nehmen; wer auf dem Highway zum Überholen in den Gegenverkehr fährt und dort frontal mit einem anderen Fahrzeug zusammenstößt für den heißt es gleich Game Over.
Wieviel sich am Ende dann im fertigen Spiel sonst noch in der Stadt machen lässt, und ob man sich auch bei Mafia 2 mit stinklangweiligen Minispielchen die Zeit vertreiben können wird, bleibt abzuwarten. Anscheind gibt es ja eine Menge Leute denen sowas gefällt.

In der Demo-Mission tauscht man dann die Bewegungsfreiheit gegen ein etwas detailierteres Innenlevel ein. Hier geht es, wie bereits erwähnt, darum, eine Zielperson zu eliminieren, und zu diesem Zweck muss man sich durch eine Schnappsbrennerei ballern die schon bald in Flammen aufgeht.
Das Level an sich ist nett gemacht, denn das Leveldesign wirkt sehr natürlich und ungezwungen, ganz im Gegensatz zu Spielen wie z.B. Mass Effect 2, bei denen man sich fragt ob die ganzen Kisten und Mauern dort absichtlich platziert wurden um beiFeuergefechten Deckung zu bieten.
Leider sind die Gegner hier auch nicht schlauer als die bereits erwähnten Polizisten, und lassen sich recht leicht mit den diversen Waffen aus dem Weg räumen.
Steuerung und Handhabung sind so, wie man es von Third Person Shootern der letzten Zeit kennt, und auch kritische Punkte wie das Deckungssystem funktionieren einwandfrei.
Rein technisch lässt sich also nichts bemängeln, jedoch sind die Kämpfe aufgrund der einfältigen Gegner recht monoton. Während Spiele wie Gears of War mit verschiedenen Gegnertypen und den sich daraus ergebenden unterschiedlichen Situationen aufwarten können, und selbst Mass Effect 2 ein wenig Abwechslung bietet durch Spezialfähigkeiten und unterschiedliche Waffen, herrscht bei Mafia 2 hier Ödnis.
Ich habe den ersten Teil nicht selbst gespielt, aber ich glaube dort gab es auch Besonderheiten wie Schleichmissionen etc., also eventuell kann man sich später doch noch auf etwas Abwechslung freuen.

Über die Story kann ich natürlich anhand der Demo auch nicht besonders viel sagen. Es scheint allerdings, als hätte man zumindest einigen Wert darauf gelegt eine zusammenhängende Geschichte und einprägsame Charaktere in’s Spiel einzufügen. Ich sage “zusammenhängend”, weil die Story bei GTA4 aus lauter zusammengenähten Fetzen zu bestehen schien, die nur lose miteinander verknüpft waren. Hatte man die Missionen für eine bestimmte Person abgeschlossen, tauchte diese Person kaum noch auf, da es mit den Missionen für jemand anderes weiter ging. Oder vielleicht habe ich das Spiel auch einfach nur nicht weit genug gespielt. (Ja, ich überschlage mich hier gerade vor Professionalität bei meinen Berichten…) Wie dem auch sei, der angehängte Trailer sieht ganz interessant aus, auch wenn das wohl nicht viel sagt.

Als Fazit würde ich sagen, lohnt sich das Spiel wohl nur für diejenigen die Lust haben auf eine Mafia Story, bzw. das Setting an sich, denn das Gameplay an sich scheint zwar solide gemacht zu sein, aber wirklich nur das absolute Minimum zu bieten was ein Shooter heutzutage besitzen muss. Also nicht sehr viel.
Nunja, vielleicht werden mich ja die Reviews des fertigen Spiels eines besseren belehren.

Kategorien:Review, Spiele

Singularity Review

Juli 1, 2010 3 Kommentare

Singularity, ein Egoshooter von Raven Software. Ich erspare euch an dieser Stelle mal mein Gemecker darüber, wie jedes zweite Spiel in letzter Zeit ein Egoshooter zu sein scheint, und berichte stattdessen vom Spiel. Weiterlesen…

Kategorien:Review, Spiele

“Darling wa Gaikokujin”

Basierend auf der Comedy Mangaserie von Saori Oguri ist kürzlich (im April) in den japanischen Kinos die Realverfilmung von ダーリンは外国人 (Darling wa Gaikokujin, oder zu (halb)deutsch: Mein Darling ist ein Ausländer) erschienen.

Bei den Mangas handelt es sich oft um niedlich und humorvoll dargestellte Geschichten, die das Zusammenleben der Autorin mit ihrem Ehemann Tony, dem titelgebenden Ausländer, thematisieren.
Die Bücher sind in Japan recht beliebt und erfolgreich. In den Zügen der Yamanote Linie z.B. sieht man oft animierte Szenen mit den Charakteren im Stil der Comics auf den Werbemonitoren über den Türen. Ein derart prominenter Werbeplatz kann nicht billig sein, also muss die Vermarktungsmaschine die inzwischen dahinter steckt einiges an Kraft besitzen.

Was ist nun also aus dem Realfilm geworden?
Der Film beschreitet einen Mittelweg aus Romantik Comedy, und der Thematisierung verschiedener Klischees und Stereotypen im Bezug zu (westlichen) Ausländern, die in Japan vorherrschen. Wie schon in der Comicvorlage werden Themen wie, ich nenne es einmal “kulturelle Reibungen”, sehr humorvoll behandelt. Prinzipiell geht man in Japan sowieso deutlich offener und direkter an so ein Thema heran als in Deutschland, wo Themen dieser Art ja eher vorsichtig behandelt werden.

Es werden einige lustige Klischees aufgegriffen und karikiert, wie z.B. der typische Ausländer der ständig Frauen anbaggert, und dusselige Japanerinnen die ihn für seine Exotik auch prompt anhimmeln.
Tony selbst tritt dabei natürlich nur in Fettnäpfchen die ihn liebenswerter machen

Es geht dabei zum Teil um sprachliche Missverständnisse, oder zum Beispiel um Vorurteile, die japanische Eltern gegenüber ausländischen Schwiegersöhnen haben könnten. So zeigt sich Saoris Vater im Film zuerst recht misstrauisch gegenüber Tony, und die erste Reaktion der Mutter ist sogar, ihrer Tochter unter vier Augen einzutrichtern, dass dieser Ausländer sie ja sowieso nur hinter’s Licht führen wolle.
Im Laufe des Films jedoch wird immer weiter klar, dass die Beziehung zwischen Tony und Saori letztendlich auch nur eine Beziehung zwischen zwei Menschen ist, und die Fragen nach Nationalität und kulturellem Hintergrund rücken hinter die Persönlichkeiten und Eigenarten der Charaktere an sich.

Man könnte also kritisieren, dass der Film nach und nach den kulturellen Aspekt fallen lässt und zu einer Standard Lovestory verkommt. Doch tatsächlich ist es genau das, was die Botschaft des Films ausmacht: Dass in einer Beziehung zwischen zwei Menschen so oder so Probleme anfallen, und sich diese im Falle von interkulturellen Paaren garnicht unbedingt auf die Kultur zurückführen lassen, sondern es an den Partnern liegt, sich anzupassen und auf einander einzustellen.
In dem Sinne halte ich den Film für recht positiv im Bezug auf das Thema internationale Ehe bzw. Partnerschaft, und eher dem Abbau von Vorurteilen oder vorgefestigten Meinungen dienlich.

Der Film schafft es meiner Meinung nach eine unterhaltsame Lovestory und Atmosphäre zu verbinden mit einer positiven Botschaft und auch einem bisschen Tiefgang und Gesellschaftskritik, ohne dabei an irgendeiner Stelle zu bitter oder ernst zu wirken.

Falls ich jetzt Interesse geweckt haben sollte, hier einmal der Trailer – ein englisches oder deutsches Release scheint aber bisher noch nicht geplant zu sein:

Kategorien:Filme, Japan, Review

C64 – Barbarian

Juni 24, 2010 3 Kommentare

Anscheind sind während dem Schreiben über “Star Guard” ein paar Nostalgiegefühle in mir hochgekrochen und darum ist mir die Idee gekommen, über ein altes C64 Spiel zu berichten.

Vielleicht eines der Spiele die mir aus dieser Zeit am meisten im Kopf hängen geblieben sind ist “Barbarian”.

Man beachte die Melodie während dem Intro Screen. Fanfare und dann: Bombambombambombambom
Aus irgendeinem Grund (vermutlich weil ich es tausend Mal gehört habe) ist mir diese Melodie bis heute im Kopf geblieben, und jedes mal wenn ich etwas höre das auch nur annähernd nach dem Auftakt von Barbarian klingt bekomme ich den Drang im Rhytmus auf irgendetwas einzutrommeln.

Auf dem C64 gab es nicht gerade viele Kampfspiele im Stil von Street Fighter (International Karate dürfte aber vielen ein Begriff sein… hmm, vielleicht in einem anderen Eintrag), aber Barbarian ist eines davon. Zwei Kontrahenten, die noch dazu völlig gleich aussehn und auch gleich kämpfen, stehn sich gegenüber und versuchen sich mit dem Schwert gegenseitig die Lebenspunkte wegzuhacken.
Da der C64 Joystick nur einen Feuerknopf hatte, aber man natürlich in einem Kampfspiel eine Vielzahl von Attacken braucht, mussten die Programmierer kreativ sein, und darum sind alle Möglichkeiten des Joysticks ausgeschöpft. Selbst die diagonalen Bewegunsrichtungen wurden mit Attacken belegt. Hält man den Feuerknopf gedrückt, gibt es eine andere Attacke. Zum Beispiel Feuerknopf + Joystick nach unten. Besonders wichtig aber: Feuerknopf drücken und Joystick weg vom Gegner lässt den eigenen Kämpfer einmal herumwirbeln, um dann dem Feind mit einem Schlag den Kopf abzuhacken. Zumindest falls der es in der Zeit nicht schafft sich zu ducken, etwas wozu zumindest die Computergegner nicht unbedingt in der Lage sind. (Zu sehn bei etwa 1:30 im Video)
Heute mag es niemanden mehr vom Hocker reissen wenn ein kleiner Pixelkopf abfliegt und eine Blutfontäne aus dem Hals schießt, aber als ich das Spiel mit ca. 6 Jahren zum ersten Mal gesehn habe, hat es mich schon ein wenig schockiert. Anschliessend kickt dann ein kleiner grüner Gnom (oder so) den Kopf aus der Arena, ehe er die enthauptete Leiche wegschleift. Schon etwas makaber.
Viele C64 Spiele waren zwar nicht gerade zimperlich was das Abknallen von Gegnern betraf, aber die Darstellung hier sah im Vergleich schon realistisch aus.

Drückt man den Joystick nach unten-vorne oder unten-zurück macht der eigene Charakter eine Rolle in die jeweilige Richtung und reisst dabei den Gegner von den Füßen. Der nimmt dabei zwar keinen Schaden, aber wird natürlich bei dem was er gerade tut unterbrochen und somit extrem genervt. Gerade bei meinem Bruder hat das nicht sehr viel Anklang gefunden, und da er älter und als Junge von Natur aus stärker war, musste ich beim Barbarian spielen immer sehr aufpassen wo ich mich hin rolle. Solche Spiele fördern nämlich bei Kindern nicht gerade die Friedfertigkeit.

Es gab auf der Diskette übrigens zwei Spiele, eines namens Barbarian, das man oben im Video sieht, und ein anderes namens “Barbarian II”, das in einer Waldlichtung stattfand. Nun habe ich bei Youtube dieses Video hier gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=E21I6bMR9wY Das echte BarbarianII! Der Name auf der Diskette von damals war also eine Lüge!
Anscheind geht es im zweiten Teil nicht mehr nur noch um Duelle, sondern man kämpft sich durch die Landschaft wie etwa bei Golden Axe. (Der Charakter kämpft sogar mit einer goldenen (oder zumindest gelben) Axt.) Bemerkenswert dabei finde ich die Vielzahl an unterschiedlichen Gegnern und Hintergründen.

Abschliessend lässt sich sagen…. hmmm…..

*nachdenk*

….

Da-da-daaaaa-BOMBAMBOMBAMBOMBAM!!!

Kategorien:C64, Review

Inglorious Basterds

Ein paar Gedanken zu “Inglorious Basterds” (für Leute, die den Film schon gesehn haben):

Der Film schien oft nicht ganz zu wissen in welche Richtung er gehn sollte. Während die Eröffnungsszene noch spannend und dramatisch war, und es danach aussehn lies, als ob es sich um einen halbwegs ernsthaften 2. Weltkriegsfilm handeln könnte, ging es anschliessend kreuz und quer in alle Richtungen.

Die erste Szene zeigt uns zum Beispiel den SS Offizier Landa und dient zugleich als Vorgeschichte zu Shosanna. Wenn Shosanna später Landa wieder trifft, bestellt er für sie ein Glas Milch, eine Anspielung auf die Milch die er in der Farm zu Anfang getrunken hat, als er und Shosanna zum ersten Mal aufeinander trafen. Es scheint also als ob er sie wiedererkennt, aber absichtlich noch einmal gehn lässt, wie schon in der ersten Szene. Sicher kann man sich dessen aber nicht sein, zumal Landa Shosannas Gesicht in der ersten Szene nicht direkt gesehen hat.
Und dann… wird Shosanna erschossen und Landas Charakter geht in eine völlig andere Richtung.
Wozu also die Andeutungen, wenn alles einfach fallen gelassen wird?

Die Szene gegen Ende, als sich Shosanna und Frederick im Projektorraum des Kinos gegenseitig erschießen war meiner Meinung nach eine Verschwendung von Potential, das die Geschichte noch gehabt hätte. Zumindest hat die Szene Frederick als Charakter vervollständigt, der auf der einen Seite stets nett und harmlos gewirkt hat, auf der anderen Seite aber dafür berühmt war, als einsamer Scharfschütze hunderte von Männern erledigt zu haben. Hier zeigt er dann seine Hartnäckigkeit wenn er die Tür aufstößt, und am Ende den Killerinstinkt, wenn er Shosanna mit letzter Kraft erschießt.

Die titelgebenden “Inglorious Basterds” schienen dabei garnicht im Zentrum der Handlung zu stehn. Tatsächlich hätten ziemlich alle Kernpunkte der Handlung auch stattfinden können, wenn man die Truppe ganz heraus gelassen hätte.
Die Basterds als Charaktere bleiben zudem extrem flach und eindimensional. Am Ende, nachdem das Kino explodiert, weiß man nicht einmal ob die Beiden, die auf den oberen Rängen Hitler und Goebbels erschossen haben, überhaupt noch am Leben sind. Die Sprengladungen im Kinosaal waren dermaßen stark, dass die Explosion zum Fronteingang ausgetreten ist, obwohl das Foyer des Kinos auch nicht gerade klein war. Zum Zeitpunkt der Explosion waren die beiden noch im Saal, also allein davon ausgehend würde ich sagen, sie wurden bei der Explosion getötet. Allerdings haben sie die Ladungen und den Zeitzünder selbst gesetzt, und wären wohlkaum so dumm sich nicht in Sicherheit zu bringen. Der Film scheint aber keine klare Antwort zu geben.

Die Schauspieler: Herausgestochen haben für mich eigentlich nur Christoph Waltz als Landa, der einfach toll war und einen Großteil des Unterhaltungsfaktors ausgemacht hat, und die Schauspielerin der von Hammersmark, die mir ziemlich unnatürlich und aufgesetzt vorkam. Lustig, dass sie im Film gerade eine berühmte Schauspielerin darstellt, selbst aber eine ziemlich schwache Darbietung abliefert.

Ein immer wieder auftauchendes Thema sind Filme selbst. Es werden einige Regisseure und Schauspieler der Zeit genannt, und eine ganze Menge der Charaktere sind Filmkenner oder Liebhaber.
Um so seltsamer erscheint es, dass die Szenen die man gegen Ende von “Stolz der Nation” zu sehen bekommt überhaupt kein bisschen nach einem Film aus den 40ern aussehn. Ich kann mich kaum als Filmkenner bezeichnen, schon garnicht wenn es um die 40er geht, aber derartig schnelle Schnitte und Zooms kommen in Filmen die ich aus der Zeit kenne nicht vor. Das ist natürlich nicht der einzige Anachronismus in Inglorious Basterds, allein wenn man bedenkt, dass Hitler und Konsorten hier am Ende in’s Gras beissen.
Warum diese Elemente so gewählt wurden – keine Ahnung. Auch gewundert hat mich die 80s Musik in einer Szene, oder die krakelig eingeblendeten Namen diverser Persönlichkeiten. Irgendwie springt das ganze stilistisch nach Lust und Laune hin und her.

Und wenn wir schon bei alten Filmen sind: Früher wurde oft vieles ruhiger angegangen und die Szenen erscheinen dann imVergleich zu heute sehr gezogen und langatmig. Inglorious Basterds mit seinen zweieinhalb Stunden nimmt sich auch oft ganz schön Zeit für Szenen, die man auch gut hätte kürzer Abhandeln können. Schlecht finde ich das nicht unbedingt, denn die meisten dieser Szenen sind zumindest für sich genommen nett anzuschauen, und es trägt zum Teil zur Atmosphäre bei (obwohl die sich mit fortschreitender Dauer immer wieder schlagartig wandelt). Ob das reicht um einen Film als ganzes gut werden zu lassen, darüber bin ich mir noch nicht ganz sicher. Bei anderen Tarantino Filmen mag das so sein, zum Teil ist es natürlich auch wie immer Geschmacksfrage. Was mir gefallen hat war der Mix aus verschiedenen Sprachen und, dass jeweils auch die tatsächliche Sprache verwendet wurde, nicht wie in anderen Filmen “Eigentlich sprechen sie Französisch… aber wir hören es trotzdem als Englisch”. Somit war der Film in etwa zu je einem Drittel in Englisch, Französisch und Deutsch und damit für einen Kenner der 3 Sprachen (Französisch bei mir eigentlich eher schlecht als recht) interessanter als für jemanden, der ständig Untertitel liest.

Trotzdem: Im Endeffekt war ich von Inglorious Basterds nicht besonders beeindruckt. Und ohne Christoph Waltz wäre er wohl ganz durchgefallen.

Ach ja, den Trailer zum Film habe ich mir vorher nicht angesehn. Erst nach dem Film, um zu sehn wieviel von der Handlung er verraten hätte. In Sachen Spoiler ist der Trailer da relativ harmlos, allerdings erweckt er den Eindruck als ginge es tatsächlich vornehmlich um die Inglorious Basterds, und wie sie hinter feindlichen Linien auf Nazijagd gehn. Wer mit der Erwartungshaltung in’s Kino gegangen ist, wurde vermutlich dann auch enttäuscht.

Kategorien:Filme, Review

Star Guard

Juni 23, 2010 3 Kommentare

Es gibt natürlich tausende Freeware Spiele die alle ganz nett sind, und man könnte wohl ganze Bibliotheken damit füllen, wenn man über alle schreiben wollte, aber dieses hier hat mir besonders gefallen.
Star Guard ist ein Jump n Run oder auch Run n Gun mit minimalistischer Grafik. Um mir absatzweise Erklärungen zu ersparen, habe ich einfach mal ein Video davon aufgenommen und damit mein vorhin neu erstelles Youtube Account entjungfert.

Ein paar kleine Details, die mir an der Grafik gefallen, sind z.B. wie Gegner wenn sie sterben erst weiss aufblitzen, wie beim Sprung ein Pixel am Boden sowas wie aufgewirbelten Staub darstellt, wie die Fetzen wegfliegen wenn man jemanden abschießt, wie die Waffen der Feinde sich erst kurz “aufladen” ehe sie feuern, etc. Alles kleine Details die der Grafik trotz weniger und fetter Pixel einen Charakter verleihen.

Dazu kommen die “Flavor Texts” die im Hintergrund eingeblendet werden und die Hintergrundgeschichte erzählen. Die ist zwar reichlich simpel und abgedroschen, aber eine gewisse Dramatik verleiht es dem Spiel dann doch. Dazu tragen natürlich auch nicht zuletzt die Kameraden bei, die in den Levels zum Teil herumlaufen, gegen Gegner kämpfen und meist kurz darauf abgemurkst werden.

Im normalen Modus hat man unendlich viele Versuche und bekommt nur nach Abschluss des Levels angezeigt, wieviele davon man verbraucht hat. Hat man den normalen Modus einmal durch, wird der Hard Mode freigeschaltet, in dem man mit den klassischen drei Leben startet und jedes zusätzliche 1Up in den Levels finden muss. Beim Durchspielen auf normal habe ich so etwa 30 Leben verbraucht, also um den Hard Mode zu bestehen müsste ich noch eine Weile üben.

Zur Steuerung würde ich ein Gamepad empfehlen. Das Spiel unterstützt zwar von Haus aus nur Tastatureingabe, aber mit Programmen wie Xpadder (ältere Versionen davon sind kostenlos und funktionieren genausogut) kann man dem Abhilfe schaffen.

Die Musik im Video gehört übrigens nicht zum Spiel sondern ist von OCRemix. Der Sound im Spiel selbst ist, wie die Grafik, eher simpel gehalten. Um es mal lautmalerisch darzustellen: “Piu piu piu piu piu!!”

Hier gibt’s die PC oder Mac Version von Star Guard zum Download: http://vacuumflowers.com/star_guard/star_guard.html

Ach ja, wer sehn will wie man es richtig spielt, und nicht so “abspackt” wie ich in dem Video weiter oben: http://www.youtube.com/watch?v=J0zDcWX-K80

Kategorien:Review, Spiele

Megaman Zero Collection für NDS

Lange hat es gedauert, aber endlich ist Megaman Zero Collection (bzw. Rockman Zero in Japan) für den Nintendo DS erschienen.
Wie der Name sagt ist es eine Sammlung der Megaman Zero Spiele des Gameboy Advance auf einem Nintendo DS Modul.

Weiterlesen…

Kategorien:Review

Allods Online (Kostenloser WoW Klon)

Ich muss ja zugeben, manchmal vermisse ich WoW schon ein wenig. Die langen Nächte während des Studiums, die Hetzjagden in den PvP Gebieten, die Spannung vor dem Release der neuen Patchnotes.
Aber zurück gehn zu WoW kann und will ich nicht. Zum einen weil mir die Zeit fehlt, aber auch die Lust, mich nochmal durch die Levelgebiete zu arbeiten. Ausserdem hat sich WoW inzwischen auch verändert und ist nicht mehr das Spiel, das es war als ich damals aufgehört habe. Zwar habe ich immer zu denen gehört, denen das Spiel trotz dem Genörgel tausender Anderer Spaß gemacht hat, aber ob das jetzt noch der Fall wäre ist auch fraglich. So oder so: Die Zeit ist vorbei. Weiterlesen…

Kategorien:Review
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